Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin
Deutsches Zentrum für Lungenforschung gegründet
Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) ist nun als Verein gegründet worden. Zu dem vom BMBF initiierten Verbund gehören die besten Wissenschaftler und Mediziner aus ganz Deutschland. Gemeinsam werden sie an effektiveren Therapien für Lungenerkrankungen arbeiten sowie neue Optionen für Vorsorge und Diagnose entwickeln. Zum DZL gehören fünf Verbünde an verschiedenen Standorten in Deutschland. In Hannover sind neben dem Fraunhofer ITEM die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) sowie die Leibniz-Universität beteiligt (Acronym: BREATH).
»Wir haben den Anspruch, neue Therapien für Patienten mit schweren Lungenerkrankungen rascher zu entwickeln als dieses bisher möglich war«, sagte der Vorsitzende und Sprecher des Vereins, Prof. Dr. Werner Seeger anlässlich der Gründung.
Das DZL wird seine Forschung auf acht Indikationen fokussieren: Asthma und Allergie, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), zystische Fibrose, Pneumonie und akutes Lungenversagen, diffuse parenchymatöse Lungenerkrankungen/Lungenfibrose, Lungenhochdruck, Lungenerkrankungen im Endstadium sowie Lungenkrebs. Das Fraunhofer ITEM ist vor allem an den Forschungen zu Asthma und Allergien sowie zur chronischen Bronchitis (COPD) maßgeblich beteiligt. Auf diesen Gebieten bringt das Institut jahrelange Erfahrungen in Forschung und klinischen Studien ein. Mit dem neuen Studienzentrum für frühe klinische Studien – das CRC-Hannover (Clinical Research Center Hannover) –, das ab 2013 betriebsbereit sein soll, stehen außerdem hervorragende Bedingungen für translationale Forschung zur Verfügung.
Dass es im neuen Zentrum vor allem um Translation geht, also um die Umsetzung von der Forschung in die Klinik, wird deutlich, wenn man sich die Forschungspläne näher anschaut. Beim Asthma beispielsweise sollen zum einen Schlüsselfaktoren im zellulären und molekularen Krankheitsgeschehen identifiziert und verschiedenen Asthmatypen zugeordnet werden. Es werden außerdem Targets und Biomarker in verschiedenen Modellen evaluiert. Darüber hinaus wird der Krankheitsverlauf von Asthmapatienten über lange Zeit beobachtet, es werden ausgewählte Krankheitstypen mit modernsten molekularbiologischen Methoden charakterisiert und auf dieser Grundlage neue Targets und Biomarker entwickelt. Am Ende der Kette steht als Ziel die Entwicklung und Testung krankheitsspezifischer und individueller Therapien.
Ähnlich übergreifend wie Asthma und Allergien werden auch andere Lungenerkrankungen im DZL erforscht werden. Die Bündelung der Expertise, die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die Forschung von den Grundlagen über Präklinik bis hin zum Patienten bietet die Chance, schneller neue Ansätze gegen Lungenerkrankungen zu entwickeln.



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